Bei einer Rechtsschutzversicherung handelt es sich um einen privatrechtlichen Versicherungsvertrag. Der Versicherer übernimmt für den Versicherungsnehmer die Kosten, die im Zusammenhang mit der Wahrnehmung von dessen rechtlichen Interessen entstehen.

Zu den mitversicherten Kosten zählen, Anwaltsgebühren, Gerichtskosten, Zeugenauslagen und Honorare für Sachverständige.

Die vertraglichen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den dem Vertrag zugrunde liegenden Versicherungsbedingungen.

Die Voraussetzung für die Leistungspflicht einer Rechtsschutzversicherung ist immer das Vorliegen eines Rechtsschutzfalles. Darunter versteht man den „tatsächlichen oder behaupteten Verstoß gegen Rechtspflichten“.

Eine rein vorsorgliche Beratung in Rechtsfragen fällt nicht unter den Versicherungsschutz.

Im Jahr 2018 verzeichneten die Rechtsschutzversicherungen in Deutschland eine Beitragseinnahme in Höhe von 4,15 Mrd. Euro ( Quelle: GDV.de )

Auf der Seite des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. ( GDV ) sind die Musterbedingungen für die Rechtsschutzversicherung abrufbar.

Neben den gängigen Policen für den privaten Rechtsschutzbereich, gibt es für die Absicherung von Firmenkunden die Firmenrechtsschutzversicherung, den Firmenvertrags-Rechtsschutz und den Manager Rechtsschutz.

Moderne Rechtsschutzversicherer verstehen sich nicht mehr nur als reine Kostenträger. Die Angebote der Rechtsschutzversicherungen umfassen heute auch Services, wie Anwaltshotline, Mailberatung, Anwaltsempfehlung und die Bereitstellung von rechtlich geprüften Mustertexten.

Gerade in den vergangenen zwei Jahren hat die Bedeutung der Rechtsschutzversicherung für private und gewerbliche Verbraucher deutlich zugenommen. Die Pleite großer Reiseveranstalter, der Diesel-Skandal oder auch die Corona-Krise haben viele rechtliche Fragen aufgeworfen und eine gerichtliche Auseinandersetzung oftmals unumgänglich gemacht.

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